Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Gabun: ein wirkliches Natur –und Tierparadies!

Teilen

14 Tage Natur-Rundreise vom 29.03. – 11.04.15

Ende April war es endlich soweit – die Air France Maschine landete sanft auf dem Rollfeld des Leon M`ba Flughafen in Libreville. Schon bei der Passkontrolle und am Gepäckband erhielten wir einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Tour durch das Land am Äquator: wie ein unsichtbarer warmer-wabernder Vorhang hüllte uns das feucht-heiße Klima ein und sollte uns die kommenden zwei Wochen nicht mehr los lassen.

Unsere Tour führte uns zunächst in den Osten des Landes an die kongolesische Grenze nach Bakoumba. Während dem kurzen Inlandsflug konnten wir schon recht schnell erahnen, was Gabun so besonders macht: fast 80% der Landfläche sind von immergrünem Regenwald bedeckt! Unterbrochen wird das grüne Blätterdach von größeren und kleineren blauen Fluss-Adern die sich spektakulär durch die Wälder mäandern. Wissend, dass wir in wenigen Tagen in einer Piroge solche Flussläufe bewältigen werden, lies die Vorfreude noch mehr steigen!

Bakoumba ist ein spannendes Beispiel für den wirtschaftlichen Wandel, der sich in vielen Gegenden Gabuns vollzieht. Einst eins der größten Mangan-Abbaugebiete der Welt, waren die Ressourcen irgendwann erschöpft, so dass die Minen-Verwaltung entschied, das Areal in einen Natur-Park umzuwandeln. Die positiven Effekte sind vor Ort allgegenwärtig. Einerseits konnten eine Vielzahl von Tieren erfolgreich angesiedelt werden. Auf Pirsch (mit dem Auto und zu Fuß) entdeckten wir z.B. Waldbüffel, Mandrill-Affen oder Weißnasenmeerkatzen. Gorilla –und Schimpansen-Waisen (deren Mütter Opfer von Wilderei geworden sind) leben auf Inseln in kleinen Seen, um behutsam auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet zu werden. Die Ranger und Scouts sind ausnahmslos ehemalige Minenarbeiter, die voller Stolz und Enthusiasmus durch ihr erschaffenes Naturparadies führen. Doch auch ein Teil des Alltags der Mangan-Zeit wurde auf charmante Art konserviert: übernachtet wird nämlich in den Villen der Minenverwaltung und der ehemalige Freizeit-Bereich mit Pool und Restaurant dient heutzutage den Gästen zur Erholung nach spannenden Pirschfahrten.

Unser nächstes Etappenziel war der Ivindo NP. Per Bahn, Auto und Piroge setzten wir die Tour fort. Trotz Verspätung, ausgefallener Klima-Anlage und nicht zu öffnender Fenster war der Transfer auf den Gleisen ein heiteres Erlebnis. Wann hat man schon die Möglichkeit in aller Ruhe bei lokalem Bier und Maniok-Snacks mit jungen Studenten über die Leistungen des gabunischen Fußball-Stars Pierre-Emerick Aubameyang in den Reihen von Borussia Dortmund zu debattieren?!?

Die abwechslungsreiche Fahrt mit der Piroge auf dem Ivindo Richtung Kongou Camp (einem der „Basis-Lager“ im Ivindo NP) machte uns eindrücklich deutlich, dass wir eine Region fernab jeglicher Zivilisation mitten im Herzen des äquatorial-afrikanischen Regenwaldes bereisten. Die gigantischen Kongou-Fälle, das Wissen das Jederzeit ein Waldelefant unseren Weg kreuzen könnte und das scheinbar undurchdringbare grüne Dickicht, zeigten uns eindrucksvoll, wie klein und bedeutungslos wir Menschen im Vergleich zu dieser großartigen Natur sind…

Nach spannenden Tagen im Ivindo NP setzten wir unsere Fahrt nach Lambaréné fort. Hier übernachteten wir im Gästehaus der Albert Schweitzer Klinik und lernten bei einer Führung durch ein recht lebendiges Museum viel über das Leben und Arbeiten des „Urwald-Doktors“. Nur kurz weilten wir in der Zivilisation. Ein Motorboot brachte uns auf dem Ogouée-Fluss an die Atlantikküste in den Loango NP. Dieses Natur-Paradies am Abschluss der Reise war wohl die „Sahnehaube“: dichte Primärwälder, welche in offene Savanne übergeht und wiederum in eine Dünen –und Strandlandschaft mündet. Hier Büffel und Elefanten zu beobachten, wie sie in der Abendsonne am Strand unterwegs sind, hinterließ einerseits einen surrealen Eindruck. Andererseits spiegelte dieses Szenario die wunderbare Realität wieder: die Realität eines Tier –und Naturparadieses!

Passende Reisen von DIAMIR